Konzept

Konzept

Die Grundschule Babenend ist seit dem Schuljahr 2014/15 eine offene kooperative Ganztagsgrundschule mit dem Verein für Kinder e.V. als primärem Partner. Im Zuge der Neuentwicklung des Rahmenkonzeptes „Kooperative Ganztagsbildung in Oldenburger Grundschulen“ (22.01.2018) der Stadt Oldenburg, wurde auch das Ganztagsschulkonzept der Grundschule Babenend weiterentwickelt. Ab dem Schuljahr 2020/21 gibt es an fünf Tagen ein offenes schulisches Ganztagsangebot. Um dies umzusetzen ist uns eine gemeinsame Zielorientierung wichtig, das ist Bildungsorientierung, die auf gleichen Werten, Haltungen und Wahrnehmungen beruht. Gemeinsam nehmen wir die Herausforderungen an, die Kinder, die aus sehr verschiedenen familiären Kontexten und mit einer großen Vielfalt an Sprachen und Möglichkeiten kommen, in eine schulische Gemeinschaft zu integrieren und die Bildung aller zu fördern.

In der Kooperation mit dem Verein für Kinder e.V. verwirklichen wir ein Ganztagsmodell, das sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert, ihnen gleichzeitig den nötigen Halt und die Geborgenheit bietet wie auch Freiräume zur Persönlichkeitsentwicklung. Das soziale und fachliche Lernen, Sport, Musik und Kunst sollen ihren Platz im Ganztag finden.

Durch eine vertrauensvolle Kooperation aller am Ganztag Beteiligten möchten wir sicherstellen, dass den Kindern eine förderliche Umgebung geschaffen wird, in der sie sich wohlfühlen und entfalten können.

1. Hintergrund

Seit der Eröffnung der offenen Ganztagsschule Babenend im Jahr 2014 gibt es einen trilateralen Vertrag zwischen Stadt Oldenburg, GS Babenend und Verein für Kinder e.V. als Jugendhilfeträger. Mit dem Verein für Kinder e.V. haben wir eine Kooperation für das offene Ganztagsangebot und einen Teil der Betreuungszeit im Rahmen der Verlässlichen Grundschule. Dieses soll nach Vorstandsbeschluss vom 29.10.2018 auch in den kommenden Jahren mit der Einführung des neuen Rahmenkonzeptes Kooperative Ganztagsbildung in Grundschulen der Stadt Oldenburg vom 22.01.2018 fortbestehen.

Ansprechpartner für den schulischen Ganztag ist die Schulleitung bzw. das Sekretariat. Bei Fragen zum Spätdienst, zur Ferienbetreuung und zu den Angeboten, die vom Verein für Kinder e.V. im Rahmen des schulischen Ganztages durchgeführt werden, ist unsere Koordinatorin, Frau Kilicarslan, zuständig. Im Zweifelsfall kann die Zuständigkeit bei der Schulleitung bzw. im Sekretariat erfragt werden. 

2. Zeitliche Struktur 

Zeit Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
8:00 – 8:54 1. Stunde / Darin enthalten (jeden Tag 9 Minuten): die 6. Stunde Deutsch
8:54 – 9:00 Wechselpause
9:00 – 9:45 2. Stunde
9:45 – 10:15 Frühstück & 1. Spielpause
10:15 – 11:00 3. Stunde
11:00  – 11:05 Wechselpause
11:05 – 11:50 4. Stunde
11:50 – 12:15 2. Spielpause
12:15 – 13:00 5. Stunde Unterricht 3./4. Klasse // Betreuung 1./2 Klasse (VGS Zeit)
13:00 – 13:30 Mittagessen 1./2. Klasse // Gruppenzeit 3./4 Klasse
13:30 – 14:00 Mittagessen 3./4. Klasse // Gruppenzeit 1./2. Klasse
14:00 – 14:45 Lern- und Übungszeit (Hausaufgaben)
14:45 – 15:30 Angebotszeit

3. Mittagessen

Die Mensa soll eine Verpflegung anbieten, die einen hohen Qualitätsstandard einhält (DGE für Schulverpflegung). Besonders wichtig ist uns eine frische Zubereitung, wenig Fertigprodukte sowie gesundes Essen mit viel Obst, Gemüse, Salat und wenig Fleisch (2 Tage die Woche). Im Speisenangebot wird auf allgemein bekannte Allergene geachtet und das Problem von Allergien so gut es geht minimiert. Alle Zutaten sind dokumentiert, so dass die Kinder am Buffet Alternativen aussuchen können. Wenn Kinder sehr starke und umfangreiche Lebensmittelallergien haben, dürfen die Eltern auch eigenes zubereitetes Essen mitgeben.

Die Essenszeiten können dem Punkt Zeitstruktur entnommen werden. Jeden Tag finden die Kinder ein reichhaltiges Angebot aus Rohkost, einem täglich wechselnden Hauptgericht, verschiedenen Beilagen sowie einem Desert. Die Zubereitung erfolgt durch die Firma Rebional. Der Speiseplan ist abwechslungsreich und stets auf dem Link auf der Homepage zu finden. Die Kinder dürfen essen, was sie mögen und so viel sie mögen, aber möglichst nichts wegwerfen. Im Rahmen des Lernfeldes Ernährung und Gesundheit werden die Kinder durch die MitarbeiterInnen des Vereins für Kinder e.V. dabei unterstützt, sich möglichst abwechslungsreich und gesund zu ernähren und auch neue Dinge zu probieren. Getränke werden zum Essen in Form von Leitungswasser in Karaffen auf die Tische gestellt.

Kulturtechniken wie das Essen mit Messer und Gabel, Restmengen vermeiden und Sauberkeit werden während des Essens von den MitarbeiterInnen des Vereins für Kinder e.V. vermittelt.

4. Lern- und Übungszeit

Die Ganztagsschule soll immer auch Zeit zum Lernen beinhalten. Diese hat an unserer Schule einen hohen Stellenwert und soll nicht nur am Rande stattfinden.

Hausaufgaben sind Kindersache, sie müssen so gestellt sein, dass Kinder sie selbstständig bearbeiten können. Grundsätzlich sollen durch das Üben Unterrichtsinhalte aus dem Vormittag gefestigt werden. Nur wenn Gelerntes nach einigen Stunden noch einmal ins Gedächtnis zurückgerufen wird, kann es im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Nach dem Niedersächsischen Schulgesetz sollte an der Grundschule eine Zeitspanne von etwa einer halben Stunde ausreichen. Wie dem Punkt Zeitstruktur zu entnehmen ist, überschreitet die angesetzte Zeit für die Lern- und Übungszeit diese halbe Stunde, damit die Kinder genügend Zeit zur Selbstorganisation haben und auch Fragen beantwortet werden können.

Trotz der Eigenverantwortung der Kinder sind natürlich LehrerInnen, BetreuerInnen und Eltern nicht unbeteiligt. Die Hausaufgaben werden von Pädagogischen MitarbeiterInnen und Lehrkräften begleitet. Der Austausch über die zu erledigenden Arbeiten wird über ein Hausaufgaben- und Notizheft (Schulplaner) geführt. Die Eltern sollen die Hausaufgaben ihrer Kinder auch nach der Ganztagszeit zu Hause ansehen und würdigen. Vielleicht gibt es einmal einen Grund mit den Kindern noch etwas zu üben, z.B. für eine Klassenarbeit oder Eltern fördern Ihre Kinder, indem sie mit Ihnen lesen. Auch hier gilt, dass rückgemeldet werden soll, wenn etwas nicht geschafft wurde oder größere Schwierigkeiten aufgetreten sind. Der Austausch mit den Lehrkräften und den MitarbeiterInnen des Ganztags hilft den Kindern.

5. Raumnutzung

Die Grundschule Babenend wurde nach den Plänen der Stadt Oldenburg nach einem festen Raumkonzept umgebaut, so dass in der unteren Ebene neben den neuen Inklusionsräumen verschiedene große Räume für die Ganztagsschule entstanden sind: Mensa, Werkraum, Musikraum, Kreativraum, Ruheraum und Bibliothek sowie daneben im hinteren Bereich die Verwaltung. Die Klassenräume befinden sich in der zweiten und dritten Ebene, wobei für die Inklusion ein Aufzug in den ersten Stock angebaut wurde.

Die Räume im ersten Stock dienen als Klassenräume und Gruppenräume für die 1. und 2. Klassen, die Räume für die 3. und 4. Klassen sind im zweiten Stock vorgesehen. Alle Räume sind auch am Nachmittag zu nutzen. 

Die Betreuungskinder und die Kinder aus den Ganztagsgruppen nutzen die Klassenräume als Gruppenräume und für die Lern- und Übungszeit.

Allen Gruppen stehen grundsätzlich alle Räume nach Absprache zur Verfügung. Dazu gehört auch die Nutzung des Forums und der Turnhalle. Die Kinder mit längeren Betreuungszeiten nutzen zum Beispiel die Mensa für ihren Nachmittagstee.

Die Aufgaben der Lern- und Übungszeit sollen in den Gruppenräumen erledigt werden. Es ist uns wichtig, dass immer die gleiche Gruppe mit ihren Bezugspersonen in dem gleichen Raum in Ruhe arbeiten kann.

Für freies Spielen steht den Kindern in der unteren Ebene immer das Forum, der Schulhof mit teilweise Überdachung und der Spiel- und Sportplatz zur Verfügung.

Das Forum mit der Bühne kann für vielfältige Veranstaltungen genutzt werden. Es gibt Mitteilungsboards und Vitrinen zur Ausstellung und Information.

Für größere Veranstaltungen und gemeinsames Miteinander kann die Mensa nach dem Mittag ebenfalls genutzt werden.Wer Ruhe braucht, kann sich in den Ruheraum oder die Bibliothek zum Lesen oder einfach Seele baumeln lassen zurückziehen. Dieser rückwärtige Bereich soll Entspannung ermöglichen, wobei die Bücherei ausschließlich mit Begleitung und Aufsicht benutzt werden darf.

Alle Angebote finden ihren richtigen Platz, sei es zum Schmökern oder Musizieren, handwerklichen und kreativen Gestalten, Theater, Sport und Spiel.

Gemeinsam genutzte Räume benötigen gemeinsame Regeln. Da sowohl die Funktionsräume als auch die Klassenräume am Vormittag und Nachmittag den Kindern zur Verfügung stehen, ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass alle Räume genauso pfleglich behandelt werden und immer wieder in aufgeräumtem Zustand hinterlassen werden, wie der eigene Klassenraum.

Für die einzelnen Fachräume (Musik, Werken, Kreativraum, die gemeinsam genutzten Klassenräume etc.) werden Lehrkräfte und die MitarbeiterInnen des Vereins für Kinder e.V. im Tandem die Verantwortung übernehmen. Die Hausordnung, die Schulordnung und ein gemeinsam entwickeltes Ordnungssystem soll dabei helfen.

6. Verzahnung/Kooperation

Die Verzahnung des Schul- und Ganztagsbereiches erfordert vom gesamten pädagogischen Personal eine Kooperationsbereitschaft, eine gemeinsame Zielsetzung, die sich in gemeinsamer Sorge um das Wohl der Kinder äußert.

Unsere SchülerInnen werden in Gruppen entsprechend ihren Klassengemeinschaften eingeteilt, die nicht wechseln. Verlässliche Begleitung ohne ständigen Personalwechsel gibt den Kindern Sicherheit und fördert die Gemeinschaft.

Anhand von farbigen magnetischen Tafeln, die neben den Klassen und Gruppenräumen hängen, werden die Namen aller Kinder und Betreuer aufgeführt. Hierdurch möchten wir gewährleisten, dass jede einzelne Person über SchülerInnen wie auch MitarbeiterInnen stets gut informiert ist, wer an welchem Tag im Ganztag betreut oder betreut wird.

Ein fester Gesprächstermin (alle 14 Tage) stellt den Austausch zwischen Schule und Kooperationspartner sicher.

Angebote werden zwischen Schulleitung und Ganztagsleitung abgesprochen, wobei die Interessen der Kinder wie auch der MitarbeiterInnen einfließen.

Wir achten die Interessen der Kinder, indem wir Auswertungen der Angebote mit den Kindern durchführen und nach Angebotswünschen fragen. Die Angebote werden von den Kindern entsprechend ihrer Interessen jeweils für ein halbes Jahr frei gewählt.

7. Inklusion im Ganztag

Unsere Vorstellungen und Konzepte zur Inklusion gelten selbstverständlich auch im Ganztag. Wir möchten die Teilhabe auch in Bezug auf Zusammenleben im Ganztag ermöglichen. Inklusiv beschulte Kinder werden gleichermaßen in Gruppenzeiten einbezogen. 

In der Kooperation arbeiten wir gerade in diesem Bereich eng zusammen und unterstützen uns gegenseitig im Sinne des Kindeswohles. Helfende Dritte wie die Schulbegleitung, der Allgemeine Soziale Dienst oder IntegrationshelferInnen werden einbezogen, ebenso wie das sich zeitlich an den Ganztag anschließende Spätangebot des Vereins für Kinder e.V.

8. Kindeswohl

Die Gruppenleitungen des Vereins für Kinder e.V. sprechen sich wöchentlich mit den Klassenlehrkräften bzgl. Eventueller Auffälligkeiten und Schwierigkeiten bei Schülerinnen und Schülern ab. In Absprache erfolgt auch der Kontakt zu den Erziehungsberechtigten. Der Schulsozialarbeiter unterstützt, falls es nötig werden sollte, bei der Kontaktaufnahme zu außerschulischen Partnern wie beispielsweise dem Jugendamt oder dem Team Wendehafen. 

9. Gremien

Einmal pro Halbjahr sowie anlassbezogen tagen der Ganztags- und der Mensaausschuss. Hier werden Anliegen besprochen, das Konzept evaluiert und ggf. Anpassungen vorgenommen. Der Ganztagsausschuss setzt sich aus VertreterInnen der Stadt, der Schule, des Vereins für Kinder e.V. sowie ElternvertreterInnen und Lehrkräften sowie der Schulleitung zusammen. Der Mensaausschuss besteht aus Schulleitung, VertreterInnen der Stadt, dem Caterer sowie dem Verein für Kinder e.V.

10. Evaluation

Dieses Konzept wird einmal pro Schuljahr vom Ganztagsausschuss evaluiert, angepasst und fortgeschrieben.